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Feb 28

Zweiter Jour fixe bei den Neustädter Peacekeeper

„Einsatz am Golan 2011-2013“ war das Thema für den zweiten Jour fixe am 26. Februar 2018 im Neustädter Café Nuovo, wo Frau Irene Valina ihr Dekret als Bereichsleiterin der Vereinigung Österreichischer Peacekeeper bekam.

Direkt aus Tirol angereist kam Oberst iR Friedrich Scheibler, um über die humanitären und logistischen Herausforderungen beim Einsatz am Golan von 2011 bis 2013 zu referieren. Der hintere Raum vom Cafe Nuovo in der Fußgängerzone füllte sich.

Gleich zu Beginn der Veranstaltung wurde Frau Irene Valina von Landesleiter Oberstleutnant Manfred Sommer als Bereichsleiterin mit dem entsprechenden Dekret bestätigt. Prof. Serge Claus bekam eine Kristallkugel für die Öffentlichkeitsarbeit sowie der Vortragende für den gelungenen Abend. Bildungsgemeinderat Mag. Christian Filipp begrüßte alle im Namen der Gemeinde und freute sich über weitere Aktivitäten, vor allem über das bevorstehende Bundestreffen im Jahre der Landesausstellung 2019. Unter den Gästen waren noch Umweltgemeinderat Ing. Robert Pfisterer, Polizei-Gruppeninspektor Christian Dungl, ein Fähnrich der Militärakademie, der selber am Golan Dienst machte, Militärgymnasiasten, die sich sehr für das Thema interessierten sowie zahlreiche Freunde und Peacekeeper, alle die an einem internationalen Friedenseinsatz teilgenommen haben.

Und nun folgten alle gespannt den Ausführungen von Oberst Scheibler über die Erfahrungen seines UNDOF-Einsatzes am Golan, der immer versuchte, einerseits die schönen Seiten dieses Auslandeinsatzes zu schildern, aber auch die brenzlichen Situationen zu zeigen. Er begann mit der historischen Entwicklung am Golan mit dem entmilitarisierten Streifen, wo die angrenzenden Zonen von Beobachten kontrolliert wurden, eine friedliche Lösung, die an sich 40 Jahre bestand und wo 400 österreichische Soldaten Dienst versahen. Zwei anwesende Gäste erinnerten sich an den ersten Einsatz 1974. Mit Karten und Bildern war der Vortrag auch für die jungen Militärgymnasiasten sehr anschaulich. So sahen sie Fotos von den sogenannten Positions, wo die Österreicher ständig beobachten mussten. Über manche Problemfelder wie die Schmuggler in der entmilitarisierten Zone oder Schäfer, die die Zone nicht verlassen wollten, oder die Versuche, Soldaten, die in die Zone eindringen wollten zur Vernunft zu bringen. „Der Soldat ist eindeutig die Schlüsselfigur in diesem Einsatz, man musste alles an der Basis lösen“, schätzte Obst Scheibler ein.

Wenn das Land von den Minen frei gegeben wurde, konnten die Landwirte es wieder bebauen, sodass eine schöne Freundschaft entstand. Weitere angenehme Seiten des Einsatzes wurden auch geschildert wie der AUSBATT-Marsch oder die Medaille Parade. Im März 2011 gab es die große Bataillonsübung „Gopher Hole“, was damals simuliert wurde, wurde danach bittere Realität.

„Um auf dem Weg nach Damaskus über die Check Points zu fahren, musste man die Syrier mit Zigaretten beispielsweise bestechen“ schildert mit Fotobeispielen Scheibler weiter. Dort wurde sehr oft die Post aufgegeben, das ging bis Ende 2012, danach war kein Flugbetrieb mehr in Damaskus möglich. „Sehr schwierig waren manche Sitten zu ertragen, wenn dort eine Frau bestraft werden soll, wird ihr Kind misshandelt, sie hatten so einen tragischen Fall, wo das Kind mit heißem Wasser verbrannt wurde. Das Sanitätsteam hatte sehr viel zu tun, um es zu retten“. Auch den Toten wurde bei der Edelweiß-Feier gedacht.

Mit der Überreichung des Ritterkreuzes in Bronze an Oberst Scheibler durch den Vorstand und darauffolgendem gemütlichen Beisammensein, fand die informative Veranstaltung gegen 22 Uhr ihr Ende.

Der nächste Jour fixe ist am 28. Mai mit Oberst Gerhard Schweiger aus Graz zum Thema „Militärische Öffentlichkeitsarbeit im internationalen Einsatz am Beispiel EUFOR-ALTHEA“.

 

Bericht und Fotos: Mag. Serge Claus

 

 

 

 

 

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