«

»

Dez 24

Burgenländische Peacekeeper salutieren am Grab des in Zypern gefallenen Unteroffiziers!

Heuer, im Dezember, vor 25 Jahren, wurde die Vereinigung der Österreichischen Peacekeeper gegründet und heuer, im Dezember, vor genau 60 Jahren, nahmen die ersten österreichischen Soldaten an einem Einsatz für den Frieden in der Welt – unter der UN-Fahne im Kongo – teil. Corona bedingt waren heuer leider keine größeren Veranstaltungen möglich. Daher entschied der Landesleiter der VÖP/Burgenland, Stabswachtmeister a.D. Bernhard Lechenbauer, in Absprache mit dem Landesleiter des Schwarzen Kreuzes Burgenland, Oberst i.R. Wolfgang Wildberger, dass eine kleine Abordnung der Peacekeeper, als sichtbares Zeichen unseres Engagements für den Frieden in der Welt, am Grab unseres in Zypern gefallenen Kameraden, Oberwachtmeister des Bundesheeres Paul Decombe, in Forchtenstein im Burgenland, eine Gedenkfeier abhält.

So legten am 23. Dezember eine Abordnung der burgenländischen Peacekeeper gemeinsam mit dem Landesleiter Burgenland und dem Vizepräsidenten der VÖP, Generalleutnant i.R. Bernhard Bair sowie Vizeleutnant i.R. Stefan Nemeth, am Grab des in Zypern am 14. August 1974 gefallenen Paul Decombe einen Blumenschmuck feierlich nieder. Nemeth, der Paul Decombe persönlich kannte und ein Jahr zuvor selbst in Zypern im UN-Einsatz war, schilderte in einer kurzen, tief beeindruckenden Ansprache die dramatischen Ereignisse:

„Im August 1974 herrschte auf Zypern Krieg! Die nationale türkische Armee besetzte vom Norden her die Insel. Im Beobachtungsbereich der österreichischen UN-Soldaten lag die türkische Ortschaft Goshi, die die griechisch zypriotische Armee angreifen wollte. Um weitere Kampfhandlungen zu vermeiden, wurde die österreichische, motorisierte Beobachtergruppe, bestehend aus Oberleutnant Johann Izay, Oberwachtmeister Paul Decombe, Korporal August Isak und dem Kraftfahrer Gefreiter Sattelecker in den Raum Goshi befohlen, um dort Verhandlungen aufzunehmen und somit weitere Kampfhandlungen zu vermeiden. Die Verhandlungen wurden ergebnislos abgebrochen und die Türken drohten, im Falle eines Angriffes der griechischen Zyprioten mit dem Einsatz von Kampfflugzeugen.

Daraufhin erhielten die Österreicher den Befehl, sich Richtung Larnaca abzusetzen und aus sicherer Entfernung das weitere Geschehen zu beobachten. Plötzlich brach der Funkverkehr zu dem österreichischen Beobachtungstrupp ab. Die Österreicher, in ihrem UN-Landrover, wurden durch türkische Jagdbomber mit Bordwaffen und Napalmbomben angegriffen. Der einzige Zeuge und Überlebende dieses Angriffes war der Kraftfahrer, Gefreiter Sattelecker. Er konnte in einer Felsmulde, neben der Straße Goshi-Larnaca Deckung finden und musste mitansehen, wie seine drei Kameraden im Napalmfeuer verbrannt sind. Am nächsten Tag, dem 15. August 1974, wurden die Kampfhandlungen in Zypern eingestellt. An jener Stelle in Goshi, auf Zypern, wo die drei Österreicher gefallen sind, wurde eine Gedenkstätte errichtet, die am Nationalfeiertag 1974 feierlich eingeweiht wurde.“

Vizeleutnant Stefan Nemeth, der auch an vielen Auslandseinsätzen teilgenommen hat und der Paul Decombe persönlich kannte, hat uns mit seinen Worten sehr nachdenklich werden lassen. So haben wir, die Landesgruppe Burgenland, zum Gedenken an alle Österreicher, die in Auslandseinsätzen gefallen sind, zu einem letzten Gruß am Grabe von Paul Decombe respektvoll salutiert!

 

Bericht und Fotos: Landesgruppe Burgenland

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

CAPTCHA-Bild

*

%d Bloggern gefällt das:

Ich stimme der Verwendung von Cookies zu. Auch wenn ich diese Website weiter nutze, gilt dies als Zustimmung. Weitere Informationen finde ich in der Datenschutzerklärung

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close