«

»

Okt 17

UNFICYP-Veteranen treffen sich in Graz

Peacekeeper – Zypern Treffen  in der Belgier Kaserne erneuerte die Kameradschaft

Zu einem Treffen ehemaliger Peacekeeper die ab 1964 im Rahmen der UNFICYP (United Nations in Cyprus) auf Zypern ihren Dienst versahen – es waren insgesamt bis dato rund 16.000 Österreicher – kam es am Freitag den 14. Oktober 2016 in der Grazer Belgier Kaserne. Viele der Österreichischen UN-Soldaten, die in der Zeit der Okkupation der Insel durch die Türken im Juni 1974 oder schon zuvor im Austrian Field Hospital ( AFH) im Einsatz standen, waren bei diesem Treffen anwesend.

Mit großem Engagement wurde dieses österreichweite Treffen der Vereinigung Österreichischer Peacekeeper vom Bereichsleiter der Landesgruppe Steiermark-Graz, Vizeleutnant Johannes Wenzl, vorbereitet und von ihm und – aufgrund der Sparmaßnahmen des Heeres – von seinen Familienangehörigen bestens organisiert. Nach einer Gedenkandacht, welche der 184 Soldaten (davon 16 Österreicher) die im Dienste des Friedens in Zypern ums Leben kamen, galt, wurde durch MilObKurat Sascha Kaspar in die Campkirche geladen und danach im Festsaal der Belgier Kaserne Platz genommen.

Unter den Militärs waren u. a. General a. D. Günther Greindl, Generalmajor Andreas Pernsteiner, der Militärattaché d. Republik Zypern, Oberst Antonios Demetriades, Brigadier Gerhard Peternell, Gunther Peternell, die Obristen Max Pacher-Theinburg, Wolfgang Wildberger, Sigmund Uray sowie seitens der Unteroffiziersgesellschaft Steiermark, Präsident Vizeleutnant Othmar Wohlkönig sowie auch der Korpsführer des k. & k. Feldjägerbataillon Nr. 9, Vizeleutnant i.R. Peter Bärnthaler der Einladung gefolgt.

Die politische Prominenz waren mit Landtagspräsidentin Bettina Vollath, Bundesrat Gregor Hammerl – in Vertretung von Landeshauptmann Schützenhöfer, 3. Landtagspräsident Gerhard Kurzmann und Gemeinderätin Ingrid Heuberger – in Vertretung des Grazer Bürgermeisters Siegfried Nagl – vertreten. Ebenso waren der ÖKB Stmk mit Präsidenten Karl Petrovitz und LSchrifFührerin Renate Haring sowie fünf Fahnentrupps vor Ort.

In den Reden der Politiker kamen vor allem die Bedeutung der Friedenseinsätze zum Vorschein, die einen ausgezeichneten Ruf – vor allem am Balkan – erwirkten. Alle Sprecher bekannten sich zu einem motivierten und einsatzbereiten Heer. Dr. Konstantin Risovalis, seit 33 Jahren Präsident der Österreichisch-Griechischen Gesellschaft, war es vorbehalten als zypriotischer Vertreter Dankesworte an die Friedenserhalter zu richten und freute sich, dass es zu diesem zweiten österreichisch-griechisch-zypriotischen Treffen gekommen ist.

Generalmajor Pernsteiner, der vor 30 Jahren selbst auch in Zypern Dienst versah, stellte anerkennend fest, dass das Bundesheer erstmals eine Steigerung des Budgets erfahre und man so dem Engpass in materieller und personeller Hinsicht begegnen könne – natürlich muss auch das Personal mit dem Gerät konform gehen. VÖP-Präsident General Günther Greindl betonte, dass sich die österreichischen Soldaten in Zypern durch ihre Professionalität des Einsatzes große Wertschätzung erarbeitet haben, die sich auch durch die Verleihung des Friedensnobelpreises widerspiegeln. Er freute sich über das Zustandekommen dieses Kameradschaftsabends und dankte vor allem Vizeleutnant Wenzl und seinem Team für die hervorragende Organisation. Es gelte – gerade in den Krisenzeiten um uns herum – die Sicherheit in Österreich sicherzustellen, aber niemals Inlandseinsätze gegen Auslandseinsätze gegeneinander „auszuspielen“. Das komplexe System „Peacekeeping“ erwarte zudem auch eine vermehrte Einbindung von Frauen in friedenserhaltende Missionen.

UOG Präsident Vzlt Othmar Wohlkönig hielt im Anschluss einen geschichtlichen Rückblick und dem Jetztstand der Einsätze von UNFICYP. Er ging sogar in die Osmanische Zeit zurück, um besseres Verständnis für die Geschichte Zyperns zu bekommen. Begonnen wurde der Friedenseinsatz im Dienste der Vereinten Nationen im April 1964 mit der Installierung eines Feldspitals, welches in Folge von 1973 bis 1976 in eine Feldambulanz weitergeführt und danach aufgelöst wurde.

Das erste Infanteriebataillon verlegte am im März 1972 mittels Ausschiffung von Genua nach Zypern und wurde in Paphos – an der Süd-Westküste von Zypern stationiert. Dort übernahm das AUCON das Camp von den Engländern. 1973/1974 wurde nach Larnaca gesiedelt und man übernahm von den Schweden das Lager am Salzsee. Im Zuge der Invasion der Türken im Juni 1974 mussten leider drei Österreicher bei Goshi ihr Leben lassen. Bis zum Jahre 2001 erlangte sich das AUCON sowohl in Paphos als auch in Larnaka sowie in Famagusta einen überaus guten Ruf „In the Service of peace“. Seit 1968 wurde auch Stabspersonal in das HQ nach Niscosia entsandt, wobei nach wie vor ein Element mit 4 Mann dort seinen Dienst versieht.

Im Rahmen der Veranstaltung konnten auch einige Peacekeeper ausgezeichnet werden: Vizeleutnant  Erich Hacker mit der Verdienstmedaille in Silber der VÖP, Vizeleutnant Franz Eibinger mit der Erinnerungsmedaille zum Friedensnobelpreis 1988 für die UN – “Blauhelme” und Stabswachtmeister Thomas Peternell – Schießabzeichen in Gold des “Militär Fallschirmspringer Verbund Ostarrichi”.

Mit dem griechischen Tanzverein „Choreftikos Omilos Graz“ wurde den Gästen Freude und Spaß mit verschiedensten Volkstänzen mit gleich drei Tanzlehrern – in Originaltracht – vermittelt. Natürlich durfte dabei ein zypriotisches Abendmahl mit Moussaka, Dolmades, Souvlaki, Baklawa, Halloumi, Gyros – dazu Maphrodaphne-Wein und das Nationalgetränk „brandysour“ etc. nicht fehlen.

Ein Bericht von Vzlt i. R. Alois Rumpf

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

CAPTCHA-Bild

*

%d Bloggern gefällt das: