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Bundesheer und VÖP feiert Jahrestage der UN-Missionen auf Zypern und den Golanhöhen

Wien, 27. Mai 2004  – Das Kommando für Internationale Einsätze hat bei einem Festakt im Wiener Austria Center am Donnerstag, den 27. Mai, zwei Jubiläen gefeiert: Die erstmalige Entsendung österreichischer UNO-Soldaten auf die syrischen Golanhöhen vor 30 Jahren und den Beginn der Blauhelm-Mission auf Zypern vor 40 Jahren. Altbundespräsident Dr. Kurt Waldheim, der in seiner Zeit als Generalsekretär der Vereinten Nationen Oberbefehlshaber der UNO-Truppen war, erklärte: Wann immer das Blau der Völkergemeinschaft mit dem Rot-Weiß-Rot Österreichs zusammengetroffen sei, hätten die Einsatzkräfte einen eindrucksvollen Beitrag zur Erhaltung des Friedens geleistet.

Verteidigungsminister Günther Platter nannte die Beteiligungen an den Missionen “Symbole für erfolgreiche österreichische Auslandseinsätze”, durch die das Land “hohe Anerkennung erworben” habe. Waldheim sagte: “Die Arbeit der UNO hat der Welt unendliches Leid erspart. Die Entsendung von Soldaten ins Ausland hat Österreich ein Stück mehr an Weltoffenheit und internationaler Solidarität gebracht.”

General in Ruhe Günther Greindl, der über beide Missionen zeitweise das Kommando hatte, schilderte bei dem Festakt, wie unterschiedlich die Aufgaben waren: Beim Golan-Einsatz handle es sich um eine “rein militärische Mission in einem hochexplosiven Krisengebiet”. Nach dem Yom-Kippur-Krieg hatten Syrien und Israel ein Truppenentflechtungsabkommen abgeschlossen. Eine Alpha-Linie im Westen darf von den Israelis seither nicht überschritten werden, eine Bravo-Linie im Osten nicht von den Syrern. “Das Abkommen sagt was erlaubt ist und was nicht. Die Soldaten haben das zu kontrollieren”, erläuterte Greindl. Anders im Fall Zyperns, wo es nur einen Waffenstillstand gab: “Hier musste in kleinen Schritten nachverhandelt werden, um Stabilität zu erzielen. Hier war der Soldat auch Diplomat.” Bei beiden Einsätzen sind insgesamt 36 Österreicher ums Leben gekommen (APA).

40 Jahre österreichischer Einsatz auf der Insel der Aphrodite

Mit April 1964 erreichte die UN-Truppe auf Zypern Einsatzstatus. Nachdem sich das österreichische Feldspital schon im Kongoeinsatz bewährt hatte entschied man sich gegen den Einsatz eines Infanteriebataillons und für den Aufbau einer Sanitätseinrichtung. Im Jahr 1972 verlegte dann auch ein österreichisches Bataillon auf die Insel. Oberstleutnant Josef Kienberger, Kommandant der Lehrabteilung Zentrum Einsatzvorbereitung, führte 2001 den Großteil des österreichischen Kontingents zurück in die Heimat. Bis heute versehen noch sieben Österreicher ihren Dienst im Stab von UNFICYP (nt).

30 Jahre österreichische Soldaten im Nahen Osten

Jänner 1974 – Teile der Zypern-Kontingente wurden abgezogen und nach Ägypten transferiert. Bis Februar erreichte die UN-Truppe so eine Stärke von knapp 7000 Mann. Im Mai wurde die “United Nations Disengagement Observer Force” (UNDOF) aufgestellt. Auch die kleine Alpenrepublik stellte wieder Soldaten. Österreich hält auf den Golanhöhen den höchstgelegenen Stützpunkt der Vereinten Nationen, den Mount Hermon, auf 2814 Metern Seehöhe.

Die Einsätze UNFICYP und UNDOF sind die längsten Missionen in der Geschichte der Friedenseinsätze der Vereinten Nationen. Österreichische Soldaten haben sich über Jahrzehnte international einen ausgezeichneten Ruf erarbeitet (nt).

 

Ein Bericht der Redaktion Zentrum für Einsatzvorbereitung

 

 

 

 

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